Darmspiegelung: erfolgreiche Krebsprävention bei minimaler Komplikationsrate

Die Darmspiegelung zur Prävention von Darmkrebs ist – entgegen weit verbreiteter Befürchtungen – eine sehr sichere Untersuchung.

Im Deutschen Bundesland Saarland wurde dazu eine Studie gemacht. Dabei wurden 5’252 Vorsorge-Koloskopien nachträglich ausgewertet. Diese waren im Zeitraum von 2010 bis 2013 durchgeführt worden.

Bei den 5’252 Untersuchungsteilnehmern waren insgesamt nur 20 (0.38 Prozent) medizinisch bestätigte Komplikationen aufgetreten. Dabei handelte es sich meist um Blutungen, nur in zwei Fällen um eine Perforation. Alle Zwischenfälle konnten erfolgreich behandelt werden.

Die Studie bestätigt ausserdem, was sich in früheren Untersuchungen bereits angedeutet hatte: Die seltenen Zwischenfälle traten bei Darmspiegelungen auf, bei denen fortgeschrittene Krebsvorstufen oder gar bösartige Tumoren entfernt wurden. Die Komplikationen sind also nicht Folge der Untersuchung, sondern der Gewebeentnahme.

Komplikationen entstehen höchstens dann, wenn Polypen entfernt werden müssen. Dabei sind Blutungen (18 von 5’252 Fällen in der Saarland-Studie) am häufigsten. Diese kann man mit einer weiteren Koloskopie beheben. Das ist zwar lästig, aber nicht tödlich. Das Risiko für Perforationen ist bei den schwerwiegendsten Befunden am grössten. Genau dann profitiert man aber am meisten von der Entfernung.

Die beiden Perforationen in der Saarland-Studie passierten bei der Entfernung einer fortgeschrittenen Vorstufe und bei der Entfernung von Krebs. Beide Patienten haben überlebt. Ohne die Darmspiegelung hätten aber genau diese Patienten den Darmkrebs mit grosser Wahrscheinlichkeit wohl nicht überlebt.

Werden keine oder nur kleine Polypen gefunden, ist das Risiko für Komplikationen extrem klein. Wer auf die Untersuchung verzichtet, setzt sich im Gegensatz dazu aber dem unverminderten Risiko aus, an Darmkrebs zu erkranken. Dieses Risiko ist im Vergleich dazu massiv grösser: 6.3% aller Männer und 4.7% aller Frauen erkranken in ihrem Leben an Darmkrebs. Im Durchschnitt sind die Patienten im Zeitpunkt der Darmkrebs-Diagnose 68 Jahre alt. Das Risiko steigt ab 50 stark an.

Bei der Studie von Prof. Marbet – welche in den Kantonen Uri und Glarus durchgeführt wurde – fand man bei 35% der Männer und 23% der Frauen Polypen (eingeladen waren Personen zwischen 50 und 80 Jahren). Das Risiko der Untersuchung ist für Personen ohne Polypen am kleinsten. Wer Polypen hat, profitiert umgekehrt sehr stark davon, wenn diese dank der Darmspiegelung vorsorglich entfernt werden können. Darmkrebs entsteht meist aus Polypen. Ohne Polypen kein Darmkrebs!