Ein Jahr danach

Heute vor einem Jahr erhielten wir die Krebs-Diagnose unserer Mama. Ich war mit ihr beim Arzt dabei. Am 5. März 2018 wurde dann bestätigt, dass es sich um Darmkrebs handelt. Was für ein Schock! Metastasen in der Leber und der Lunge. Sie hatte keine Chance mehr. Sie starb 41 Tage nach der Diagnose bei uns zu Hause mit Exit. Leider hatte sie da schon starke Schmerzen. Aber den unbändigen Willen, diesen selber ein Ende zu setzen.

Ich bin ein unglaublicher Idiot.

Darmkrebs ist mit Vorsorge gut vermeidbar. Die beste Methode ist die Darmspiegelung, weil damit nicht bloss bereits vorhandener Krebs frühzeitig gefunden, sondern auch Vorstufen (Polypen) beseitigt werden können, bevor daraus Krebs entstehen kann. Mit 50 haben 25-30% der Leute adenomatöse Polypen. Bei der Darmspiegelung kann es selten Komplikationen geben, die sind aber in der Regel sehr gut beherrschbar und kein Vergleich zum Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.

Darmkrebs kriegen auch schlanke Frauen, die nicht rauchen, wenig Fleisch essen, kaum Alkohol trinken und keine Verwandten mit Darmkrebs in der Familie haben. So wie bei meiner Mama.

75% aller Fälle von Darmkrebs treten spontan auf, das heisst zum ersten Mal in der Familie.

Leider bin ich erst 2 Monate nach dem Tod meiner Mama im Alter von 53 Jahren (anstatt wie empfohlen mit 50) endlich zur Darmspiegelung gegangen (3 Adenome wurden entfernt). Wenn ich mit 50 hingegangen wäre, hätte ich meiner Mama erzählen können, was für ein Klacks die Untersuchung ist.

Hätte, hätte, Fahrradkette. Macht es besser als wir. Ich wünsche allen, dass Ihr es nicht auf die harte Tour lernen müsst, wie mein Bruder und ich. Wir haben es nun begriffen.