Überraschungen bei der Koloskopie

Besonders bei der ersten Koloskopie zum Darmkrebs-Screening ist die Überraschung manchmal gross. So wie in diesem Fall einer 53-jährigen Frau, welche keinerlei Symptome und keine besonderen Risiken hatte. Die Biopsie zeigte, dass am Kopf dieses Polypen bösartige Zellen waren. Weil diese auf den Kopf des Polypen beschränkt waren, genügte die endoskopische Entfernung des Polypen, welche gleich mit derselben Koloskopie durchgeführt werden konnte. Es war keine weitere Behandlung nötig! Die Patientin hatte grosses Glück.

Meine Polypen, die bei meiner ersten Koloskopie im Jahr 2018 (Alter: 53) gefunden wurden, waren ebenfalls eine grosse Überraschung für mich. Ich hatte keinerlei Symptome. Bei meiner Koloskopie fand der Gastroenterologe drei tubuläre Adenome. Alle im Rektum/Sigmoid, alle waren „low grade Dysplasie“, d.h. kein Krebs. Laut Bericht war der grösste Polyp 1 cm gross, weshalb dieser als fortgeschritten gilt. Alle Polypen konnten noch während der ersten Koloskopie gleich entfernt werden. Als ich nach der Koloskopie aufgewacht bin, waren meine Polypen also schon draussen. Ich habe auch anschliessend nichts davon bemerkt.

Nach den anerkannten Regeln in der Schweiz für die Überwachung (Surveillance) nach Polypen-Entfernung muss ich nach 3 Jahren die nächste Koloskopie machen (im Jahr 2021). Die Entfernung dieser Polypen und die Einhaltung der Überwachung gewährleistet ein deutlich reduziertes Risiko für Darmkrebs.

Wenn unsere Mama nicht an Darmkrebs gestorben wäre, hätte ich wahrscheinlich diese Koloskopie nie machen lassen. Es ist wirklich traurig, dass ich die ganze Sache erst kapiert habe, nachdem unsere Mama die Diagnose bekam.

Es ist sehr schade, dass immer noch viele Leute die Vorsorge nicht machen wollen. Mein Bruder und ich haben unsere Lektion nun gelernt.

Darmkrebs ist vermeidbar.