BVG

BVG ist ei­ne Ab­kür­zung für das „Bun­des­ge­setz vom 25. Ju­ni 1982 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­senen- und In­va­li­den­vor­sor­ge“.

Zu die­sem Ge­setz gibt es auch Ver­ord­nun­gen. Zum Bei­spiel die „Ver­ord­nung vom 18. April 1984 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge“ (BVV 2). Ver­ord­nun­gen wer­den vom Bun­des­rat al­lei­ne er­las­sen.

Ar­beit­ge­ber in der Schweiz müs­sen für ihre an­ge­stell­ten Ar­beit­neh­mer ei­ne Pen­si­ons­kas­se ein­rich­ten, wel­che min­des­tens die An­for­de­run­gen die­ses Ge­set­zes er­füllt.

Nach die­sem Ge­setz sind nur Lohn­be­stand­tei­le von jähr­lich max­imal Fr. 59’670 ob­li­ga­to­risch ver­si­chert (Zah­len Stand 2014). Die­se Ober­gren­ze ist der so­ge­nan­nte maxi­male ko­or­di­nier­te Jah­res­lohn. Lohn­an­tei­le da­rü­ber wer­den vom BVG nicht er­fasst und sind ge­mäss die­sem Ge­setz nicht zwin­gend ver­si­chert.

Das BVG schreibt die Aus­zahl­ung von Al­ters-, In­va­li­den- und Hin­ter­las­se­nen­ren­ten vor und re­gelt, wie die­se be­rech­net wer­den müs­sen.

Die Al­ters­ren­te wird aus­ge­hend vom Al­ters­ka­pi­tal be­rech­net.

Das BVG wurde erst am 1.1.1985 in­kraft ge­setzt. Da­raus folgt, dass nur die Pen­si­ons­kas­sen­bei­trä­ge, die nach dem 1.1.1985 ein­be­zahlt wur­den, dem so­ge­nan­nten ob­li­ga­to­ri­schen Al­ters­ka­pi­tal „nach BVG“ hin­zu­ge­rech­net wer­den (sie­he auch „Um­hül­lende Pen­si­ons­kas­se“).

Für die Be­rech­nung der In­va­li­den­ren­te wird das Al­ters­ka­pi­tal fik­tiv hoch­ge­rech­net. Da­bei wird be­rech­net, wie hoch das Al­ters­ka­pi­tal ge­wor­den wä­re, wenn der Ver­si­cher­te bis zum or­dent­li­chen Pen­si­o­nie­rung­sal­ter wei­ter ge­ar­bei­tet hät­te (aber ohne Zin­sen). Das wird als „Pro­jek­tion“ be­zeich­net.

Die Wit­wen- und Wai­sen­ren­ten wer­den in Pro­zent der Al­ters-, res­pek­ti­ve In­va­li­den­ren­te be­rech­net.

Ge­mäss dem Be­richt des Bun­des­ra­tes über die Zu­kunft der 2. Säu­le vom 24.12.2011 (Ka­pi­tel 2.2.6.1, Sei­te 18) be­trägt die maxi­ma­le, theo­re­tisch mög­li­che BVG-Al­ters­ren­te bei vol­ler Bei­trags­dau­er von 40 Jah­ren rund Fr. 2’400 mo­nat­lich (Pen­sio­nie­rung im Jahr 2025).

Nach gel­ten­dem Recht sind Vor­sor­ge­ein­rich­tun­gen nicht ver­pflich­tet, frei­wil­li­ge Ein­käufe in die Pen­si­ons­kas­se zu er­mög­li­chen. Wenn sie dies tun, dür­fen die Kas­sen Ein­käufe dem über­ob­li­ga­to­ri­schen Ka­pi­tal zu­wei­sen.

Es be­steht kei­ne ge­setz­li­che Ver­pflich­tung, aus dem über­ob­li­ga­to­ri­schen Teil Ri­si­ko­ren­ten zu be­zah­len (Wit­wen/Wit­wer-, Wai­sen- oder In­va­li­den­ren­ten). Die Mi­ni­mal­vor­schrif­ten des Ge­set­zes (z.B. be­tref­fend dem Ren­ten-Um­wand­lungs­satz oder die Hö­he der Wi­twen- und Wit­wer­ren­ten) gel­ten nur für den ob­li­ga­to­ri­schen Teil des an­ge­spar­ten Ka­pi­tals.

Siehe dazu auch „Die maxi­mal er­reich­bare Hö­he der BVG-Wit­wen­ren­te“.