Die maximal erreichbare Höhe der BVG-Witwenrente

Das Bundesamt für Sozialversicherungen publiziert Masszahlen der beruflichen Vorsorge. Dort wird die theoretische, maximal erreichbare Witwen­rente der Frau nach BVG angegeben (die maximal erreichbare Höhe der gesetz­lichen Minimal­rente).

Dazu wird nur das Geburtsjahr des Mannes benötigt. Man addiere 65 zum Geburtsjahr und lese dann die maximal mögliche BVG-Witwenrente aus der folgenden Tabelle:

Jahr Maximale
Jahresrente
Pro Monat
1990 Fr. 1’648 Fr. 137.30
1991 2’013 167.75
1992 2’429 202.40
1993 2’877 239.75
1994 3’343 278.55
1995 3’839 319.90
1996 4’310 359.15
1997 4’808 400.65
1998 5’303 441.90
1999 5’818 484.80
2000 6’355 529.55
2001 6’917 576.40
2002 7’501 625.05
2003 8’053 671.05
2004 8’540 711.65
2005 9’030 752.50
2006 9’494 791.15
2007 10’047 837.25
2008 10’439 869.90
2009 10’849 904.05
2010 11’191 932.55
2011 11’538 961.50
2012 11’833 986.05
2013 12’119 1’009.90
2014 12’431 1’035.90
2025 1’440.–1

(Die Jahreszahl ist also das Jahr, in dem der Mann 65 wurde)

Man sieht an Hand der Tabelle, wie klein diese Maximalrenten nach BVG sind. Lesebeispiel: Von einem Mann, der im Jahr 2000 mit 65 pensioniert wurde, kann es nicht mehr als maxi­mal Fr. 529.55 Witwenrente pro Monat geben.

Die Werte in der Tabelle sind die theoretisch erreichbaren Maximalwerte – die effektiv im konkreten Fall ausbezahlte BVG-Witwenrente kann also im Einzelfall noch kleiner sein, z.B. bei fehlenden Bei­trags­jahren wegen Auslandaufenthalt oder Erwerbs­unterbruch, oder we­gen vorzeitiger Pen­sio­nie­rung. So erhielt zum Beispiel die Frau im Bundes­gerichts­urteil 9C_1079/2009 vom 31.8.2010 nur eine BVG-Witwenrente von Fr. 449.50, bei einem Mann der 1938 geboren wurde (theoretisches Maximum gemäss Tabelle wäre Fr. 671.05).

Erfolgte die Scheidung erst nach der Pensionierung, reichen dann eben in vielen Fällen selbst die­se Maxi­mal­werte nicht aus, um den Ver­sorger­schaden zu decken (der Unterhalts­betrag, der wegfällt wenn der Ex-Mann stirbt).

Die Pensions­kassen in der Schweiz müssen nur die gesetz­liche Minimal­rente an die ge­schie­de­ne Frau zahlen, be­grenzt auf die im Schei­dungs­urteil fest­gesetzte (Unterhalts-) Rente, un­ter Ab­zug der Witwen­rente der AHV (die eigene AHV-Alters­rente der Frau darf bei der BVG-Mini­mal­rente aber nicht ab­ge­zogen werden).

Fallzahlen aus Urteilen

  • Bundesgerichtsurteil 9C 1079/2009 vom 31.8.2010: Mann geboren 1938, Heirat 1962, 1999 vorzeitig pensioniert. Scheidung 2003 nach 41 Jahren Ehe, lebens­länglicher Unterhalt von Fr. 2’200 pro Monat. Gestorben 2007, Witwenrente gemäss Urteil: Fr. 449.50. BVG-Maximum gemäss Tabelle: Fr. 671.05.
  • Bundesgerichtsurteil B 112/05 vom 22.12.2006: Mann geboren 1932, Heirat 1966, 1997 pen­sio­niert mit Alter 65. Scheidung 1999 nach 33 Jahren Ehe, Unterhalt von Fr. 3’000 pro Mo­nat. Ge­stor­ben 2004, Witwenrente gemäss Urteil: Fr. 366.75. BVG-Maximum gemäss Tabelle: Fr. 400.65.
  • Bundesgerichtsurteil B 85/04 vom 20.12.2005: Mann geboren 1929, Heirat 1960, 1990 vorzeitig pensioniert. Scheidung 2001 nach 41 Jahren Ehe, lebenslänglicher Unterhalt von Fr. 2’600.- pro Monat. Gestorben 2002, Witwenrente gemäss Urteil: Fr. 133.15. BVG-Maximum gemäss Tabelle: Fr. 278.55.

  1. Gemäss dem Bericht des Bundes­rates über die Zukunft der 2. Säule vom 24.12.2011 (Kapitel 2.6.6.1, Seite 18) beträgt die maximale BVG-Alters­rente bei voller Beitrags­dauer von 40 Jahren rund Fr. 2’400 (Pensio­nierung im Jahr 2025). Die maximale Wit­wen­ren­te ist 60% davon, also Fr. 1’440 pro Monat. Bei einer Senkung des Umwandlungssatzes von 6.8% auf 6% würde die maximale monatliche Altersrente noch Fr. 2’117 und die maximale Witwenrente noch Fr. 1’270 betragen.